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Zur Erinnerung:
Der Mensch sieht räumlich, weil die nebeneinanderliegenden Augen, jedes für sich,
gleichzeitig ein Bild sehen. Aus diesem Abstand ist das Gehirn in der Lage einen dreidimensionalen
Eindruck zu "errechnen". Jeder Fotograf kann leicht eigene 3D-Bilder herstellen.
Benutzen Sie am Besten eine Kamera mit motorgetriebenem Filmtransport und einen Dia-Film. Verlagern Sie
das Gewicht auf das linke Bein und machen eine Aufnahme. Nun schnell das Gewicht auf das rechte
Wenn Sie Papierabzüge von den Bildern machen, brauchen Sie zum Stereosehen ein Haltegerät,
in dem Sie beide Bilder einlegen können. In der Mitte zwischen den Bildern muß eine
Trennung vorhanden sein, damit das eine Auge nicht das Bild des anderen Auges sehen kann.
Allerdings ist noch eine weitere Möglichkeit zum Ansehen vorhanden, wenn Sie gut schielen
können. Legen Sie beide Bilder vor sich und nähern sich den Bildern mit schielenden
Augen. Zwischen dem linken und rechten Bild taucht nach einem kurzen Augenblick ein virtuelles
drittes Bild auf, das Ihnen den gewünschten räumlichen Eindruck gibt. Zum Testen des Schielens
sehen Sie hier ein Beispiel-Foto. (Es dauert etwas, bis sich die Augen daran gewöhnt haben. Nicht aufgeben.)
Buchtip |
| EXKURS 3D-Fotos am Computer selbstgemacht
Mit Hilfe geeigneter Software, z.B. 3D-FotoStudio (von www.filkorn.de, ca. 20 €), können Sie aus entsprechenden Vorlagen Ihre 3D-Fotos selbst zusammen"bauen".
Mit der eben genannten Software z.B. in s/w-3D, Farb-3D oder sogar für Shutterbrillen, die von verschiedenen Grafikkarten unterstützt werden. Wenn Sie Besitzer eines DVD-Laufwerkes in Ihrem Computer sind, können Sie sogar geeignete Szenen aus Spielfilmen in 3D umrechnen lassen. Sie brauchen dafür nur je ein Bild für das linke und das rechte Auge. Das ist aber gar nicht so einfach. Zwischen den beiden Szenen-Bildern darf sich nämlich möglichst nichts bewegen, sonst bekommt man Unschärfen. Mehr dazu weiter unten...
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Und wie sieht's im Kino aus?
Der Nachteil des obigen Verfahrens: das 3D-Bild kann immer nur von einer Person gesehen werden.
Dieses Problem tauchte auch bei der Projektion von 3D-Kinofilmen auf. Wenn man das linke und rechte Bild
auf die Leinwand projiziert, sehen die Augen gleichzeitig ein linkes und ein rechtes Bild.
Es dauerte einige Zeit, bis man die Trennung für das Auge beherrschte. Man nutzte hierfür verschiedene
Verfahren.
Hier kam nun das Polarisationsverfahren ins Spiel. Polarisationsfolien (der Fotograf kennt sie als Filter)
lassen das Licht nur in einer Wellenrichtung durch. Wenn man zwei Folien um 90 Grad gegeneinander
verdreht, kann man nicht mehr durchsehen, das Bild wird schwarz. AHA! Leider wurden die ersten Farbfilme
in diesem Verfahren wieder auf zwei Filmstreifen ausgeliefert, einer für's linke, einer für's
rechte Auge. Also brauchte man wieder zwei Projektoren, also gab es nach einiger Zeit wieder Kopfschmerzen.
Denn es kam mehr als einmal vor, das einer der Streifen bei der Projektion riss. Danach war es dem Vorführer
fast unmöglich, die beiden Projektoren wieder richtig zusammenlaufen zu lassen. Auch diese Filme wurden dann einfach flach weitergespielt.
Dann waren die zusätzliche Kosten (zu den teureren 3D-Polfilterbrillen kamen auch noch metallisierte Leinwände, die das polarisierte Licht der Projektoren zurückwerfen konnten)
für die Kinobesitzer für die Katz'.
Abhilfe gab es erst, als auch bei diesem Verfahren beide Bilder auf einem Filmstreifen Platz fanden.
Und das war nicht ganz so einfach wie beim anaglyphen Film. Bei dem wurden einfach beide Farben
übereinander auf ein Bild kopiert. Wenn man so einen Film mit bloßen Auge
ansieht, erkennt man nur ein Durcheinander von rot/grünen-Bildern, aus dem erst die 3D-Brille
ein erkennbares Bild machte. Beim Farbfilm konnte man dieses natürlich nicht anwenden.
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Der Nachteil
Und dann gab es doch einen ganz gewaltigen Nachteil der 3D-Filme: die Zuschauer mussten -egal welches Projektionsverfahren angewendet wurde-
Brillen tragen.
Die ganze 3D-Geschichte kam so richtig ins Rollen anfangs der 50er Jahre, als das Fernsehen dem Kino immer mehr Zuschauer abspenstig machte.
3D-Filme konnte das Fernsehen in der schwarz/weiss-Zeit nicht zeigen. Man brauchte ja mindestens rot/grün. Aber dann kam das Farbfernsehen und somit die potentielle
Möglichkeit auch 3D-Filme zu zeigen (auch in Deutschland liefen diese vor einigen Jahren mal wieder im Fernsehen.). Man war also gezwungen, was neues zu erfinden,
dass das Fernsehen nicht konnte. Wie also wäre es, 3D-Filme, die man OHNE Brille sehen kann, zu produzieren? Leider gab (und zur Zeit immer noch: gibt) es
keine Möglichkeit mit vertretbarem Aufwand zwei getrennte Bilder (die man ja unbedingt braucht) gleichzeitig auf eine Leinwand zu bringen, OHNE das der Zuschauer eine Brille tragen muss.
So wurde mit Linsenraster-Film und -Leinwänden experimentiert. Vergleichbar mit den kleinen 3D-"Ritsche"-Bildern, die einen ganz annehmbaren
Stereoeffekt vermitteln (es gibt sogar eine Kamera der Firma Nimslo, mit der man die selbst herstellen kann). Auf der EXPO 1970 in Osaka wurden im UDSSR-Pavillon einige Demo-Filme gezeigt.
Auch Drahtgitter-Leinwände wurden erprobt. In Moskau wurden schon 1930 einige Filme damit öffentlich vorgeführt.
Eine weitere Möglichkeit wäre der holographische Film, der mit Laserstrahlen arbeitet. Aber ein Verfahren zur Erzeugung von Bildergrössen, wie man
sie im Kino braucht, ist noch sehr weit von der Realität entfernt. Einige Universitäten, auch in Deutschland, sind froh, mal gerade bewegte holographische
Bilder im Pantoffel-Kino-Format zustandegebracht zu haben. Und von mittendrin ist dabei noch gar nicht die Rede, man kann nur reinsehen.
Die Rettung ?
Bereits 1927 (!) machte Professor Henri Chretien die Erfindung der anamorphotischen Linse. Diese Linse konnte ein Bild in der Breite zusammenquetschen. Wenn man sie
um 90 Grad bei der Projektion drehte, zog sie das Bild wieder auseinander. Die Höhe des Bildes blieb jedesmal gleich.
Das ergab also das erste richtige Breitbildverfahren: Cinemascope.
Um Unschärfen auszugleichen, mussten die Leinwände gebogen werden. Gebogen?
Dann war der Zuschauer doch im Film. Dann war das doch... na klar, sagten sich die Produzenten,
das ist auch ein 3D-Film, der Zuschauer ist ja mittendrin.
Peter A. Hagemann: Der 3D Film
Lenny Lipton Foundations of the Stereoscopic Cinema
Jacobus G. Ferwerda The world of 3-D
David Hutchinson Fantastic 3-D
Weitere Bücher und Links finden Sie bei der Recherche in den verschiedenen
Suchmaschinen, wenn Sie nach 3D-Film, 3-D-Film oder 3d-movies suchen.
Das Bildmaterial auf dieser Seite stammt zum Teil aus den beiden abgebildeten Büchern.
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