Seit über 40 Jahren fliegt - oder schwebt - sie jetzt am Rande der Unendlichkeit, wo immer dieser Rand auch sein mag. - Die "Orion", Schneller Raumkreuzer unter dem Kommando
von Major Cliff Allister McLane. Seine Abenteuer kennt man aus der siebenteiligen Fernsehserie, aus den fortgeschriebenen Abenteuerbüchern von Hans Kneifel, aus einem
zusammengeschnittenen Kinofilm, einem Fix & Foxi-Bilderheft - und jetzt endlich auch aus sieben Hörspiel-CDs. Na ja, eigentlich sind es die original Film-Tonspuren, die von einem Sprecher erläuternd
ergänzt wurden. Dabei handelt es sich, nein, nicht um Elke Heidenreich als Helma Krapp, sondern um Schauspieler und Synchronsprecher Andreas Fröhlich, dessen Stimme am ehesten als "Gollum" in der "Herr der Ringe" bekannt ist ("Mein Schaaatzzz...").
 Taschenbuch-Neuauflage |
Jede Filmfolge bekam in der Box "Raumpatrouille - die 7 Abenteuer des Raumschiffs Orion", ISBN 3-837-10246-7, natürlich eine eigene CD und machen zusammen etwa 445 Minuten Hörspaß aus.
Die einzelnen Tracks haben jeweils einen in entsprechend ausgerüsteten Abspielgeräten anzeigbaren CD-Kurztext, der allerdings an einigen Stellen durch die Endkontrolle
gerutscht ist. Da wird aus "Cliff Allister McLane" schon Mal "Cliff Allistair McLaine", ein Fehler der an anderen Stellen (in Büchern) auch schon vorgekommen ist und diverse
Hör- und Schreibfehler der texteingebenden Person. Na ja, macht fast gar nix. Nur schade, das der Stereo-Ton von Peter Thomas' Soundtrack nicht in die Bearbeitung übernommen wurde. Alles ist eben original Mono.
Das achtseitige Booklet enthält nach einleitenden Worten vom Regisseur der Erzählfassung, Thomas Krüger, zu jedem Film jeweils ein Bild aus der jeweiligen Fernsehfolge und ganz zu Anfang auch ein Gruppenfoto der
Orion-Mannschaft, allerdings alle im original Serien-schwarz-weiß. Zuletzt werden auch noch alle Mitwirkenden aufgeführt und auch eine umfangreichen Liste der Nebendarsteller und in welcher Folge sie mitgespielt haben ist enthalten.
Die CD-Box findet man bei Amazon mit einem kleinen Werbefilmchen, in dem Sprecher Andreas Fröhlich der Moderatorin auch "seinen Gollum" macht. Zur Zeit kostet die Box € 24,95. Gleich "nebenan" findet man da auch die erweiterte Taschenbuch-Neuauflage des Raumpatrouille-Buches von Josef Hilgers, ISBN 3-896-02626-7.
"Neue" Filmmusik von Peter Thomas
In den späten Sechziger Jahren erblühte in Deutschland das Genre des Aufklärungsfilms. Vor (mehr oder weniger) wissenschaftlichem Hintergrund
wurden dem Filmpublikum erstmals nackte Tatsachen präsentiert. Der Regisseur Franz Josef Gottlieb drehte einige solcher Streifen, unter anderem
auch mit dem bekanntesten Autor des Genres, Oswalt Kolle. Für die „Rialto Film“ brachte er eine Buchvorlage des holländischen
Gynäkologen Theodoor Hendrik van de Velde auf die Leinwand: „Die vollkommene Ehe“ (1968) und „Das Leben zu zweit – Sexualität in der Ehe“ (1969). Als
Komponisten für die Musik zu beiden Filmen wählte Produzent Horst Wendlandt seinen Freund, den Deutschen-Musikautoren-Ehrenpreisträger der
GEMA von 2009, Peter Thomas. Dieser hatte bereits mit der Musik zu etlichen „Edgar Wallace“-Filmen, zur „Raumpatrouille Orion“-Serie und weiteren
Straßenfegern für Aufsehen gesorgt.
Die Musik zu „Die vollkommene Ehe“ ist, ungewohnt für den Soundpionier Peter Thomas, unverschämt romantisch und von einer
erotisierenden Intensität, die im Werk des Komponisten eine Sonderstellung einnimmt. Ein solcher Peter Thomas war leider viel zu selten zu hören.
Fast das ganze Gegenteil ist die Musik zu „Das Leben zu zweit“. Hier ist der Komponist wieder in seinem Element; es dominieren die zeitgenössischen
Jazz- und Beatarrangements ebenso wie der unkonventionelle Einsatz der menschlichen Stimme.
Gemeinsam ergeben beide Filmmusiken einen faszinierenden Einblick in das Können eines der größten Komponisten, die der deutsche Film jemals vorzuweisen hatte.
Zudem handelt es sich um eine echte Weltpremiere: Ein Großteil der Musik, u.a. der gesamte Soundtrack zu „Das Leben zu zweit“, ist erst in diesem
Jahr aus den Archiven gehoben worden. Lediglich einzelne Titel aus „Die vollkommene Ehe“ waren einstmals auf einer super-raren Polydor LP in Kanada
veröffentlicht worden.
Die Aufmachung der CD ist wie immer aufwändig gestaltet, im 24-seitigen Booklet sind Linernotes des Peter-Thomas-Biographen Gerd Naumann
(„Der Filmkomponist Peter Thomas“, ibidem-Verlag 2009) und eine Abhandlung des Filmjournalisten Marco Geßner über den „Aufklärungsfilm“, alles
in deutscher und englischer Sprache, sowie mehrere vollformatige Filmstills in Farbe enthalten.
Weitere, aus verschiedenen Gründen nicht auf der CD enthaltene Titel der zwei Soundtracks kann man ab November 2009 von diversen einschlägigen
Musikportalen im Internet herunterladen.
Die CD findet man u.a. bei Amazon mit Hörbeispielen.
Peter Thomas-Buch von Gerd Naumann
"Der Filmkomponist Peter Thomas - Von Edgar Wallace und Jerry Cotton zur Raumpatrouille Orion"
Peter Thomas bereicherte die Filmmusik um den Thriller-Jazz des FBI-Manns Jerry Cotton, die spannungsgeladenen Themen
der Edgar-Wallace-Filmreihe und – vielleicht am bekanntesten – den New Astronautic Sound der Raumpatrouille Orion.
Gerd Naumann führte für diese Biographie zahlreiche Gespräche mit Zeitzeugen, Weggefährten und Freunden von
Peter Thomas – darunter Gunter Sachs, Ottokar Runze, Harald Banter, Curth Flatow, Martin Böttcher, Helmuth Ashley
und Olaf Kübler. Wie in einem hochwissenschaftlichen Werk gibt es kaum eine Seite im Buch, die nicht mit zahlreichen Fußnoten auf die Quellenlage verweist.
Bislang unveröffentlichte Werkphotos gestatten einen Blick hinter die Kulissen der Film- und Fernsehlandschaft,
abgerundet durch ein Facsimile der handschriftlichen Originalpartitur zur Raumpatrouille Orion. Und, falls es jemand nicht erkannt (oder gewusst) hat: die Person, die Peter Thomas auf dem Titelbild auf der linken Seite angrinst, ist niemand anderes
als der Jerry-Cotton-Darsteller George Nader persönlich.
Die Musik von Filmen wie "Der Hexer", "Der Zinker", "Winnetou und sein Freund Old Firehand", "Onkel Toms Hütte", "Die Schlangengrube und das Pendel",
"Bruce Lee – Die Todesfaust des Cheng Li", "Erinnerungen an die Zukunft", "Die Herren mit der weißen Weste" und "Unser Willi ist der Beste"
stammen ebenso von Peter Thomas, wie die für eine Vielzahl an Kriminalserien. Neben Musiken für zahlreiche Serienfolgen von
"Derrick" und "Der Kommissar" verfasste Thomas auch die Titelmelodie der Erfolgsserie "Der Alte" und auch seine Kompositionen zu
Fernsehstraßenfegern wie Francis Durbridges "Melissa" oder "Babeck" und "11 Uhr 20" erreichten große Popularität (und sind sogar immer noch auf der CD "Straßenfeger" erhältlich).
Dem Buch liegt eine Feature-CD bei, auf der Thomas persönlich zu Wort kommt. Er illustriert viele der im Buch behandelten Musiken anschaulich durch zahlreiche Kompositionsbeispiele.
"Der Filmkomponist Peter Thomas - Von Edgar Wallace und Jerry Cotton zur Raumpatrouille Orion"
256 Seiten, mit zahlreichen bislang unveröffentlichten Fotos. inkl. Audio-CD, Paperback - ab Oktober 2009
ISBN 978-3-8382-0003-3 - 29,90 Euro beim Verlag
Auszeichnung für sein Lebenswerk
für Peter Thomas
Obwohl die Auszeichnungen mit dem 1. Deutschen Musikautorenpreis der GEMA
erst auf einer Gala am 28. Mai in Berlin bekanntgegeben werden sollten, wurde der Empfänger der Lebenswerk-Auszeichnung schon jetzt genannt:
Filmkomponist Peter Thomas (82).
Dazu heißt es: „Der Komponist Peter Thomas wird für sein mannigfaltiges Werk und seine prägenden Einflüsse auf kompositorisches
Schaffen – nicht nur im Bereich der Filmmusik – mit dem 1. Deutschen Musikautorenpreis für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Zu den
Werken von Peter Thomas zählen u. a. Kompositionen für Klassiker wie die Edgar-Wallace-Filme und die
Fernsehserie „Raumpatrouille“ – Kompositionen, die auch heute noch zahlreiche Komponisten und Künstler inspirieren.“
Am 28. Mai 2009 wurden die Preise dann im Rahmen einer Abendveranstaltung in Berlin, im von Stararchitekt Frank O. Gehry
gestalteten Gebäude am Pariser Platz, verliehen. Rund 300 geladene Gäste waren bei dieser Preisverleihung dabei.
Die Preistrophäe in Form eines stilisierten Notenschlüssels erhielten die Ausgezeichneten aus den Händen
prominenter Laudatoren – u. a. Moderator Markus Kavka, Moderatorin Annabelle Mandeng oder Theaterintendant Klaus Pierwoß.
Peter Thomas wurde von dem Jazz-Musiker und Komponisten Klaus Doldinger ("Tatort", "Die endliche Geschichte") zur Veranstaltung begleitet.
Bilder von der Pressekonferenz und Preisverleihung

Peter Thomas inmitten der anderen Preisträger
CD-Neuauflage - die Zukunft gibt's heute - wieder...
Vor ziemlich langer Zeit gab es sie einmal schon, die Filmmusik zu dem Erich-von-Däniken-Film "Erinnerungen an die Zukunft" aus dem Jahr 1970, die
von Peter Thomas verfasst wurde (Bild links). Die LP bestand aus zwei langen Tracks mit den Haupttiteln "Erinnerungen an die Zukunft" (17:40) und "Zurück zu den Sternen" (17:21). Damit man so
ungefähr wusste, worum es sich bei der Musik drehte, waren bei den langen Tracks noch 18 kurze Untertitel angegeben, die man aber nicht einzeln anwählen konnte.
Tja, wir haben 2009 und alles spricht Denglish. Einige rührige Leute vom Label "Jazz Club" (die auch schon die "neue" CD weiter unten aufgelegt haben)
dachten sich, dass es Zeit für eine Neuauflage der Musik wäre (natürlich zeitgemäß auf CD) und schielten dabei auch gleich auf den
internationalen Markt, wo der Däniken-Film nur unter dem Titel "Chariots of the Gods?" bekannt ist und viele Leute sich sogar noch an
den Kult-Komponisten Peter Thomas erinnern (sogar George Clooney kennt den! --- ... wer ist George Clooney?). Nachdem von Däniken selbst
zugegeben hat, dass er sich bei einigen Behauptungen seines ersten Bestsellers "etwas" geirrt hat, verpassten die Jazz-Club-Leute dem
CD-Titel vorsichtshalber doch ein Fragezeichen (das bei der IMDb-Betitelung und den englischen Filmplakaten natürlich noch fehlt).
Als große Verbesserung zum LP-Vorläufer sind jetzt die in 29 Musikstücke aufgeteilten Tracks einzeln anspielbar (und bei einigen Internethändlern
sogar als MP3 bestellbar). Und dabei sind allein 10 bisher nicht veröffentlichte Tracks und eine speziell für den US-Markt produzierte Aufnahme, für
die Peter Thomas damals extra von Polydor in die USA gebracht wurde, damit diese mit amerikanischen Musikern eingespielt werden konnte und die dann doch nur in Deutschland auf den Markt kam.
Ich könnte mir allerdings vorstellen, dass auf die CD auch Musikteile der LP "Botschaft der Götter" aus dem Jahr 1976
mit draufgepasst hätten. Na ja, geben wir uns erst mal zufrieden und hören in die insgesamt 57:24 Minuten schon mal bei
bei Amazon rein. Wer sich dann die
CD kauft, bekommt noch ein informatives Booklet dazu (leider nur in Englisch, aber immerhin) und erfährt dabei auch, warum die Amis von
Peter Thomas im auf 60 Minuten gekürzten Däniken-Film gar nicht so viel zu hören bekommen und was Charly Tabor und Siegfried Schwab mit der Musik zu tun haben... -
Ach ja, bitte nicht am Ton der CD verzweifeln. Manchmal hört es sich so an, als wäre der CD-Player kaputt, aber das sind eben die original
Ton-Experimente, für die Peter Thomas so bekannt ist.
Ehrung für Peter Thomas
Das wurde auch mal Zeit! Vom 20. bis 23. November 2008 fand in Köln die Veranstaltung (neudeutsch "Event" genannt)
SoundTrack_Cologne, der Kölner Kongress zu Musik und Ton in Film und Medien in Köln statt.
Die Veranstaltung mit über 30 verschiedenen Themenpunkten und 20 Filmveranstaltungen wendete sich an Profis und Interessierte an Filmen und Musik.
Während der Verstaltung wurde erstmals ein Ehrenpreis verliehen - und der ging an Peter Thomas am Samstag, 22. November (mit einer
großen Party "danach"). (Foto von Michael Lange)
Peter Thomas-Archiv
Sammler Michael Lange hat ein umfangreiches Archiv von Peter Thomas-Tonträgern angelegt und ist unter der Mail-Adresse
peterthomas-archiv@t-online.de erreichbar.
Interview
Ein große Interview mit Peter Thomas hatte die Zeitschrift "cinema musica" in der Ausgabe 11/2008 (März)
veröffentlicht. Ein kurzer Ausschnitt ist
hier nachzulesen.
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JAZZ CLUB
Peter-Thomas-Sound-Orchester New Sounds For Oldtimers
Boutique 06007 5307348 3
1. Trumpet Man On The Moon
2. The Flirt
3. Sir Peter's Party
4. Mr. Oldtimer
5. Love Is A Many Splendored Thing
6. Pizzicato-Leo
7. What's Going On
8. Zizi's Corner
9. Mademoiselle
10. Bonnie And Clyde
11. So tanzt Eddie
12. Cabaret
13. Timeless
14. Slow Waltz De Frederic
15. Cadenza
16. Cinderella Rockefella
17. Café Luxemburg
18. Laura
19. Love Birds
20. Die Andere
Sehen Sie sich die CD bei AMAZON an.
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Ganz neue alte Musik
Man könnte meinen, Nostalgie sei ein Phänomen unserer Moderne, aber die Attraktion vergangener Dinge ist wohl eher so alt wie die Menschheit. Heutzutage begeistern sich Leute für Möbel aus dem 18. Jahrhundert, aber im 18. Jahrhundert selbst haben die Menschen noch viel weiter zurückgeblickt und die griechische Antike idealisiert. Musik war schon immer ein perfektes Mittel, sich in andere Zeiten zurückzuversetzen. Inzwischen kann ein jeder den „Retro-Sound“ seiner Wahl aus allem zwischen 20er-Jahre-Jazz und 80er-Jahre-New-Wave aussuchen. In den 60er Jahren haben die Leute seltener zurückgeblickt, aber mit Begeisterung die Musik der 30er Jahre wieder zum Leben erweckt, man denke nur an “Thoroughly Modern Millie“, “Winchester Cathedral” oder „Tijuana Taxi“.
Nach Fertigstellung seiner Musik zur TV-Serie „Raumpatrouille“ war Komponist Peter Thomas sozusagen gerade frisch aus ferner Zukunft zurückgekehrt, als es ihn reizte, sich zur Abwechslung mal wieder mit erdschweren, traditionelleren Klängen auseinanderzusetzen, der Musik, die ihn als junger Mann umgeben hatte: Ragtime, Dixieland und Kabarett-Musik. Seiner Schallplattenfirma Philips, die gerade den Soundtrack zur „Raumpatrouille“ veröffentlicht hatte, gefiel die Idee und so gab es grünes Licht für ein Album der schräg betitelten Combo “Sir Peter And His Oldtimers”, was nichts anderes war als die selbe Gruppe von Studio- und Jazzmusikern, die Thomas regelmäßig um sich scharte und “Peter-Thomas-Sound-Orchester” nannte.
Es verstand sich von selbst, dass der Mann, der mit seinen Filmmusiken gern immer wieder Klischees über den Haufen warf und exzentrische, manchmal sogar avantgardistische Klänge zum Einsatz brachte, auch bei diesem Projekt nicht wie alle anderen klingen wollte. Viele Klang-Gimmicks die den “Raumpatrouille”-Soundtrack so einzigartig gemacht hatten, nahm Peter Thomas deshalb auch dieses Mal wieder mit an Bord: Echo-Effekte, blubbernde Hammond-Orgeln und dies und das aus allerlei Musikstilen mit zu gleichen Teilen Frechheit und Einfallsreichtum zusammengewürfelt.
Heute, vierzig Jahre später, kann man noch immer hören, mit welcher Begeisterung Peter Thomas 60er-Jahre-Pseudo-Oldies wie „Bonnie And Clyde„ oder “Cinderella Rockefella” seinen typisch „verrückten“ Sound versetzte. Während seine eigene, treibende Nummer “Sir Peter’s Party”, mit Beat-Schlagzeug, Hammond-Orgel und verstimmtem Pfeifen, auch aus einem der vielen Krimis stammen könnte, für die Thomas die Musik geschrieben hat, besitzen “Mr. Oldtimer” oder “Mademoiselle” dagegen ganz die leichtfüßige Eleganz, die man mit swingender Musik der 20er und 30er Jahre verbindet.
Peter Thomas hat seine Fähigkeit eingängige Melodien zu schreiben oft dadurch verschleiert, dass er sie markant arrangierte, und auch hier bleiben beim ersten Hören sicher eher ausgefallene Klänge und rasante Rhythmen hängen. Wenn man aber genauer hinhört, wird man entdecken, dass Thomas durchaus das Potenzial eigener und fremder Melodien zu schätzen und einzusetzen weiß. Obwohl auch seine Arrangements der klassischen Balladen “Laura” und “Love Is A Many Splendored Thing” nicht auf ungewöhnliche Effekte verzichten, sind sie im Kern durchaus romantisch. Auch die Eigenkomposition “Cadenza”, mit Beat-Schlagzeug, Shutter-Klavier und flirrender Vokalise, besitzt eine klassisch strukturierte Schönheit, man muss nur gewillt sein sie zu hören.
Peter Thomas erzählt gern und oft, dass eine gelöste, hin und wieder auch ruhig mal alberne Atmosphäre im Studio für ihn stets wichtig war. Das positive Resultat davon kann man hier hören. Das Peter-Thomas-Sound-Orchester hatte offensichtlich großen Spaß in der Oldtimer-Verkleidung. Charly Tabor, mit Trompete und swingender Geige zu hören, war Trompeter bei Bert Kaempferts berühmtem “Wunderland bei Nacht” und unzähligen anderen Aufnahmen. Bläser Olaf Kübler, Gitarrist Sigi Schwab und Bassist Lothar Meid gehörten zur vielbeschäftigten Studioszene der 60er Jahre und schwenkten im folgenden Jahrzehnt erfolgreich in die Rockmusik hinüber. Der tschechische Pianist und Keyboarder Jan Hammer, noch viele Jahre von seinem Top-Hit „Miami Vice“ entfernt, spielte ebenfalls Studiosessions in München und lief so Peter Thomas über den Weg.
Den Einfallsreichtum von Thomas unterstützt bei diesen Aufnahmen der Toningenieur der berühmten Münchner Bavaria Studios, Hans Endrulat. Er lässt die Oldtimer nicht nur gut, sondern auch anders klingen, in einer Zeit, in der ein Echo noch nicht elektronisch, sondern durch ein ausgeklügeltes System von im Bavaria-Keller aufgestellten Lautsprechern und Mikrophonen hergestellt wurde. Als Endrulat Peter Thomas’ Version des Broadway-Schlagers “Cabaret” aufnahm, konnte er noch nicht ahnen, dass er vier Jahre später auch Toningenieur der Oscar-ausgezeichneten Filmversion werden würde, die ebenfalls in den Bavaria Studios entstehen sollte.
Peter Thomas’ nostalgischen Extravaganzen heute zuzuhören, ist ein bisschen wie den berühmten “Time Tunnel“ der gleichnamigen TV-Serie zu benutzen. Erster Halt: 60er Jahre, zweiter Halt: 30er Jahre. Eine ziemlich verrückte Reise!
Original Liner-notes von Matthias Künnecke
Online Musik
Musik von Peter Thomas ist bei Apples "iTunes" für den iPod oder iPod touch zu bekommen,
zuerst mit der "Raumpatrouille" begonnen (begann
sogar erst in den USA, jetzt seit einiger Zeit auch in Deutschland!).
Die Software gibt es für MAC und Windows - allerdings nur für "Windows 2000", "Windows XP", "Windows Vista" oder "Windows 7". Mittlerweile bei iTunes auch:
"The Fist of Fury" (Die Todeskralle kehrt zurück) mit Bruce Li und mit der Musik für deutschsprachige Länder von Peter Thomas. Insgesamt sind zur Zeit (27.12.2009) 50 Tracks bei iTunes zu finden unter dem Stichwort "Peter Thomas".
Bei den Suchergebnissen sind dann aber auch einige Irrläufer dabei, wie "Peter Cornelius", "Peter Petrel" und andere.
Bei den "richtigen" Tracks sind Aufnahmen der CDs "Moonflowers & Mini-Skirts", "Edgar Wallace
Compact", "Der Hexer in Music", "Peter Scores - Erotic World...", "Raumpatrouille", "Majolika Lounge und "Deutsche Filmkomponisten" dabei. Und von der CD "Hier ist Berlin - Dieter Thomas Heck präsentiert" ist auch Daisy Door
mit "Du lebst in deiner Welt" dabei (der bekannte Song aus der Kommissar-Folge #39: "Als die Blumen Trauer trugen"). Alles im preislich ertragbaren Rahmen von 99 Cent pro Aufnahme - ganze CDs sind sogar preislich noch günstiger.
Zum Beispiel: "Majolika Lounge" mit ganzen 27 Titeln kostet dann sogar nur noch 9,99 Euro im Komplettdownload!! (auf dieser Seite ist ein Link "mehr von diesem Künstler", mit dem man zu den anderen Komplett-CDs kommt).
Auf der "Majolika-Lounge" mal in Titel 9 "Endtitle Number Eleven" reinhören! Einigen Kommissar-Fans wird auch das bekannt vorkommen.
- Demnächst gibt es in Berlin ein neues Musical:
"Goodbye, Berlin...auf Wiedersehen" mit der Musik von Peter Thomas.
Peter Thomas hat zum 80. Geburtstag am 1. Dezember 2005 eine eigene Homepage spendiert bekommen.
Zu finden bei www.peterthomas.tv