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Peter Thomas-Archiv
Sammler Michael Lange hat ein umfangreiches Archiv von Peter Thomas-Tonträgern angelegt und ist unter der Mail-Adresse
peterthomas-archiv@t-online.de erreichbar.
LIVE-Musik und Interview
Raumpatrouille Live - während des 21. Kölner Sommerfestival vom 11. Juli bis 17. Juli kann man
unter dem Titel "Das Galaktische Filmkonzert" live die Musik zur Raumpatrouille hören in der Kölner Philharmonie
Bischofsgartenstraße 1. Eintrittskarten (neudeutsch "Tickets" genannt) kosten von 19,90 bis 56,50 Euro.
Podcast Ein Live-Interview von Peter Thomas mit der WDR2-Moderatorin Gisela Steinhauer (53 Minuten) kann man sich noch herunterladen (24,4 MB)
Interview
Ein große Interview mit Peter Thomas hat die Zeitschrift "cinema musica" in der Ausgabe 11/2008 (März)
veröffentlicht. Ein kurzer Ausschnitt ist
hier nachzulesen.
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JAZZ CLUB
Peter-Thomas-Sound-Orchester New Sounds For Oldtimers
Boutique 06007 5307348 3
1. Trumpet Man On The Moon
2. The Flirt
3. Sir Peter's Party
4. Mr. Oldtimer
5. Love Is A Many Splendored Thing
6. Pizzicato-Leo
7. What's Going On
8. Zizi's Corner
9. Mademoiselle
10. Bonnie And Clyde
11. So tanzt Eddie
12. Cabaret
13. Timeless
14. Slow Waltz De Frederic
15. Cadenza
16. Cinderella Rockefella
17. Café Luxemburg
18. Laura
19. Love Birds
20. Die Andere
Sehen Sie sich die CD bei AMAZON an.
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Ganz neue alte Musik
Man könnte meinen, Nostalgie sei ein Phänomen unserer Moderne, aber die Attraktion vergangener Dinge ist wohl eher so alt wie die Menschheit. Heutzutage begeistern sich Leute für Möbel aus dem 18. Jahrhundert, aber im 18. Jahrhundert selbst haben die Menschen noch viel weiter zurückgeblickt und die griechische Antike idealisiert. Musik war schon immer ein perfektes Mittel, sich in andere Zeiten zurückzuversetzen. Inzwischen kann ein jeder den „Retro-Sound“ seiner Wahl aus allem zwischen 20er-Jahre-Jazz und 80er-Jahre-New-Wave aussuchen. In den 60er Jahren haben die Leute seltener zurückgeblickt, aber mit Begeisterung die Musik der 30er Jahre wieder zum Leben erweckt, man denke nur an “Thoroughly Modern Millie“, “Winchester Cathedral” oder „Tijuana Taxi“.
Nach Fertigstellung seiner Musik zur TV-Serie „Raumpatrouille“ war Komponist Peter Thomas sozusagen gerade frisch aus ferner Zukunft zurückgekehrt, als es ihn reizte, sich zur Abwechslung mal wieder mit erdschweren, traditionelleren Klängen auseinanderzusetzen, der Musik, die ihn als junger Mann umgeben hatte: Ragtime, Dixieland und Kabarett-Musik. Seiner Schallplattenfirma Philips, die gerade den Soundtrack zur „Raumpatrouille“ veröffentlicht hatte, gefiel die Idee und so gab es grünes Licht für ein Album der schräg betitelten Combo “Sir Peter And His Oldtimers”, was nichts anderes war als die selbe Gruppe von Studio- und Jazzmusikern, die Thomas regelmäßig um sich scharte und “Peter-Thomas-Sound-Orchester” nannte.
Es verstand sich von selbst, dass der Mann, der mit seinen Filmmusiken gern immer wieder Klischees über den Haufen warf und exzentrische, manchmal sogar avantgardistische Klänge zum Einsatz brachte, auch bei diesem Projekt nicht wie alle anderen klingen wollte. Viele Klang-Gimmicks die den “Raumpatrouille”-Soundtrack so einzigartig gemacht hatten, nahm Peter Thomas deshalb auch dieses Mal wieder mit an Bord: Echo-Effekte, blubbernde Hammond-Orgeln und dies und das aus allerlei Musikstilen mit zu gleichen Teilen Frechheit und Einfallsreichtum zusammengewürfelt.
Heute, vierzig Jahre später, kann man noch immer hören, mit welcher Begeisterung Peter Thomas 60er-Jahre-Pseudo-Oldies wie „Bonnie And Clyde„ oder “Cinderella Rockefella” seinen typisch „verrückten“ Sound versetzte. Während seine eigene, treibende Nummer “Sir Peter’s Party”, mit Beat-Schlagzeug, Hammond-Orgel und verstimmtem Pfeifen, auch aus einem der vielen Krimis stammen könnte, für die Thomas die Musik geschrieben hat, besitzen “Mr. Oldtimer” oder “Mademoiselle” dagegen ganz die leichtfüßige Eleganz, die man mit swingender Musik der 20er und 30er Jahre verbindet.
Peter Thomas hat seine Fähigkeit eingängige Melodien zu schreiben oft dadurch verschleiert, dass er sie markant arrangierte, und auch hier bleiben beim ersten Hören sicher eher ausgefallene Klänge und rasante Rhythmen hängen. Wenn man aber genauer hinhört, wird man entdecken, dass Thomas durchaus das Potenzial eigener und fremder Melodien zu schätzen und einzusetzen weiß. Obwohl auch seine Arrangements der klassischen Balladen “Laura” und “Love Is A Many Splendored Thing” nicht auf ungewöhnliche Effekte verzichten, sind sie im Kern durchaus romantisch. Auch die Eigenkomposition “Cadenza”, mit Beat-Schlagzeug, Shutter-Klavier und flirrender Vokalise, besitzt eine klassisch strukturierte Schönheit, man muss nur gewillt sein sie zu hören.
Peter Thomas erzählt gern und oft, dass eine gelöste, hin und wieder auch ruhig mal alberne Atmosphäre im Studio für ihn stets wichtig war. Das positive Resultat davon kann man hier hören. Das Peter-Thomas-Sound-Orchester hatte offensichtlich großen Spaß in der Oldtimer-Verkleidung. Charly Tabor, mit Trompete und swingender Geige zu hören, war Trompeter bei Bert Kaempferts berühmtem “Wunderland bei Nacht” und unzähligen anderen Aufnahmen. Bläser Olaf Kübler, Gitarrist Sigi Schwab und Bassist Lothar Meid gehörten zur vielbeschäftigten Studioszene der 60er Jahre und schwenkten im folgenden Jahrzehnt erfolgreich in die Rockmusik hinüber. Der tschechische Pianist und Keyboarder Jan Hammer, noch viele Jahre von seinem Top-Hit „Miami Vice“ entfernt, spielte ebenfalls Studiosessions in München und lief so Peter Thomas über den Weg.
Den Einfallsreichtum von Thomas unterstützt bei diesen Aufnahmen der Toningenieur der berühmten Münchner Bavaria Studios, Hans Endrulat. Er lässt die Oldtimer nicht nur gut, sondern auch anders klingen, in einer Zeit, in der ein Echo noch nicht elektronisch, sondern durch ein ausgeklügeltes System von im Bavaria-Keller aufgestellten Lautsprechern und Mikrophonen hergestellt wurde. Als Endrulat Peter Thomas’ Version des Broadway-Schlagers “Cabaret” aufnahm, konnte er noch nicht ahnen, dass er vier Jahre später auch Toningenieur der Oscar-ausgezeichneten Filmversion werden würde, die ebenfalls in den Bavaria Studios entstehen sollte.
Peter Thomas’ nostalgischen Extravaganzen heute zuzuhören, ist ein bisschen wie den berühmten “Time Tunnel“ der gleichnamigen TV-Serie zu benutzen. Erster Halt: 60er Jahre, zweiter Halt: 30er Jahre. Eine ziemlich verrückte Reise!
Original Liner-notes von Matthias Künnecke
Peter Thomas hat zum 80. Geburtstag am 1. Dezember 2005 eine eigene Homepage spendiert bekommen.
Zu finden bei www.peterthomas.tv
- Musik von Peter Thomas ist bei Apples "i.Tunes" zu bekommen
zunächst mit der "Raumpatrouille" (begann vor 4 Monaten in den USA, jetzt auch in Deutschland!).
Die Software gibt es für Windows allerdings nur für "Windows 2000" und "Windows XP". Mittlerweile bei iTunes auch:
"The Fist of Fury" (Die Todeskralle kehrt zurück) mit Bruce Li und mit der Musik von Peter Thomas
- Im diesem Jahr gibt es in Berlin ein neues Musical:
"Goodbye, Berlin...auf Wiedersehen" mit der Musik von Peter Thomas.