Erinnern Sie sich an die Zukunft? Nein? Da kann Ihnen auf die Sprünge geholfen werden, denn Peter Thomas hat nicht nur die Musik zum Erich von Däniken-Kinofilm „Erinnerungen an die Zukunft" von 1974
geschrieben, die vor einiger Zeit wieder auf CD herausgegeben wurde, sondern 1975
auch zu der Fortsetzung „Botschaft der Götter". Auf der Erinnerungen-CD wäre ja noch Platz gewesen für ein paar
Titel der Fortsetzung, aber so ist es natürlich noch besser: eine CD mit der Komplettmusik, natürlich voll in Stereo und typisch Peter Thomas.
Da ist Peter Thomas mit einer rasanten Mischung aus Jazz, Beat, Klassik, Psychedelik dabei und sogar mit einer Prise Disco-Sound ganz hervorragend. Zwar erscheint der
„Botschaft der Götter“-Soundtrack (innerhalb der erfolgreichen wie preisgünstigen JAZZ CLUB-Serie) jetzt erstmals auf CD, trotzdem sind einige Nummern aus der Filmmusik
längst Klassiker der weltweiten Rare-Groove-Szene, z.B. die stimmungsvolle Philly-Sound-Nummer „The Eyes Of The Golden Mask“. Da die damalige Polydor-LP, derern Abbildung für das CD-Cover verwendet wurde, naturgemäß
nur einen kleinen Ausschnitt der Thomas’schen Filmkompositionen wiedergeben konnte, wurde die CD-Neuauflage jetzt um viele unveröffentlichte Aufnahmen aus dem Privatarchiv
des Komponisten erweitert, wodurch der Soundtrack mit 16 Titeln erstmals in seiner komplettesten Form vorliegt. Auf der Amazon-Seite gibt es zu jedem Titel einen kurzen Hörclip, darunter „Dankeschön Für Das Wiedersehen" von Daisy Door, den man ansonsten schon mit der Lupe suchen muss.
Ausgegraben...
Im letzten Jahr stand hier: Michael Lange vom Peter-Thomas-Archiv hat mal wieder ein altes Schätzchen ausgegraben, das Cover und die Musik zur Fernsehserie
"Kleinstadtbahnhof" aus dem Jahr 1972. 1973 gab es dann sogar eine Fortsetzung unter dem sinnigen Titel "Neues vom Kleinstadtbahnhof".
Unter der Regie von Hans-Joachim Wiedermann spielte die Schauspielerriege mit Gunther Beth, Karin Buchholz, Käte Jaenicke, Gustav Knuth und der großen
Heidi Kabel im tatsächlichen Bahnhof
vom schleswig-holsteinischen Plön. Außer einer wenig beachteten Wiederholung auf dem ARD-Kanal 1Plus ist bisher noch nichts wieder davon zu sehen gewesen.
Das kann jetzt erweitert werden, denn seit Kurzem ist sogar die erste DVD-Box mit der Serie "Kleinstadtbahnhof" in 13 Folgen auf zwei DVDs mit 325 Minuten Spieldauer auf dem Markt - und mal nicht unter dem Label "Straßenfeger" (das wäre hier auch wirklich nicht zutreffend gewesen).
Das Rezept für "Kleinstadtbahnhof" war so einfach wie verständlich: Man nehme gute, unterhaltsame Geschichten, beliebte Schauspieler und einen flotten Soundtrack von
Peter Thomas und fertig ist gelungene und zeitlose Familienunterhaltung für Jung und Alt. Diese charmante Serie ist den beliebten und unvergessenen Stars
Gustav Knuth, Heidi Kabel und Käte Jaenicke wahrlich auf den Leib geschrieben, sie spielen nicht, sie sind die großherzigen, liebenswerten Personen, die sie darstellen.
In weiteren Serienrollen begeistern Günter Lüdke, Dietrich Mattausch, Karl-Heinz Kreienbaum, Karl Ulrich Mewes, Karl-Heinz Gerdesmann und die bezaubernde Karin Buchholz. Und weil
das Ganze nicht bei ARD-Video erschienen ist, kostet das bei Amazon auch nur 19,90 Euro.
Lang ist's her...
Tracks
01. Big Boss Theme
02. Mukuri
03. Girl Loves Cheng Li
04. Hard Drugs
05. The Amulett
06. Finding the Drugs
07. China Love
08. Malaparte Sinus
09. Communication in Hyperspace
10. Cheng Li and His Friends
11. EKG
12. Big Boss and His Gang
13. Blood & Dead Friends
14. Moontown
15. Revenge & Corruption
16. The Fist of Fury
17. The Amulett (film version)
18. Big Boss and His Gang (film version)
19. Dream for Two
20. Bruce Lee Forever
Wer weiß das schon noch (außer den "Insidern").
The Big Boss (Fists of Fury, a.k.a. "Die Todesfaust des Cheng Li") war Bruce Lees erster großer Film und verschaffte ihm den internationalen Durchbruch. Seine Premiere hatte Regisseur Lo Weis Film 1971 in Hongkong, seinen internationalen Siegeszug trat er aber erst 1973 an.
Zu diesem Zweck verpasste der deutsche Verleih dem Film einen neuen „europäischeren“ Soundtrack. Man glaubte, der Original Score des chinesischen Komponisten
Wang Fu-ling wäre zu weit von den hiesigen Hörgewohnheiten entfernt.
Hier kommt nun Peter Thomas ins Spiel. Er sollte diesen Soundtrack im Auftrag vom Verleih Cinerama komponieren. Das Resultat war, dass dieser von nun an in der ganzen Welt, mit
Ausnahme von China, eingesetzt und somit zur „eigentlichen“ Filmmusik von The Big Boss wurde. Die typischen Peter Thomasschen Bläsersätze passen sich hervorragend
in das fernöstliche Sujet ein, speziell das Titelthema ist ein echter Knaller. Nun liegt der Soundtrack, nach 37 Jahren, endlich zum ersten Mal auf Tonträger vor! (Wäre allerdings schön
gewesen, wenn zum Vergleich auf der CD auch ein paar Beispiele des Original-Soundtracks zu hören gewesen wären.
Den Original-Soundtrack gibt's nämlich auch schon auf CD.)
Die 20 Titel werden im Booklet ergänzt durch großformatige, farbige und zum Teil rare Bilder der jungen Martial-Arts-Ikone Bruce Lee. Dieser wäre am 27. November 2010
übrigens 70 Jahre alt geworden! Und Peter Thomas wird am 1. Dezember 2010 sogar 85 alt! Viele gute Gründe zum Feiern...
Ansonsten ist das beigelegte Booklet leider ziemlich unergiebig, was den Ursprung der Musiktitel angeht. Man erfährt zwar vom Peter-Thomas-Experten Gerd Naumann, dass die Hälfte der Titel Neukompositionen und die andere Hälfte Archiv-Material waren, aber nicht, woher
denn diese Archiv-Titel stammen. Und das Archiv von Peter Thomas war schon 1973 ziemlich stattlich. So hat ein Kenner den Track 4 "Hard Drugs" bereits nach Jerry Cotton verortet und Track 8 und 14 stammen aus der LP "Orion 2000".
Den Inhalt des Tonträgers gab's schon mal (und noch immer) zum Download bei iTunes. Sehen Sie sich jetzt die CD-Premiere von Allscore auch
bei Amazon an, wo sie auch ab 26.11.2010 erhältlich sein wird.
CD-Daten: Peter Thomas Sound Orchester: Bruce Lee - The Big Boss, Allscore/Soundtrack Corner, ASM 034 / CSC 008, Indigo (Best.Nr.: 95315-2) , 20 Tracks
Audio-Clip"Big Boss Theme", 51 Sek. - aus / of "The Big Boss / Die Todesfaust des Cheng Li" Peter Thomas Sound Orchester (normales MP3, 1,20 MB)
Neue, alte Musik im Dreierpack
Zum ersten Mal auf CD: Die Musik aus der erfolgreichen SFB-Vorabend-Serie "Café Wernicke" von 1980, in der Harald Juhnke, Johanna von Koczian, Dieter Thomas Heck und zahlreiche
weitere bekannte Darsteller zu sehen waren. Regisseur Herbert Ballmann verpflichtete dafür niemand geringeren als Komponist Peter Thomas ("Raumpatrouille", "Der Hexer", "Der Alte").
Gemeinsam entschied man, bis auf das eingängige Titelthema keine herkömmliche Filmmusik einzusetzen. Alle Klänge innerhalb der Serie stammen von der im Café aufspielenden Kapelle.
Wer heute bedauert, dass die Zeit der Kaffeehäuser und deren Musikensembles vorüber ist, wird diese wunderbar nostalgischen Aufnahmen lieben! Deutsche und internationale Evergreens,
sowie einige Originale aus der Feder von Peter Thomas spielt die "Kapelle des Café Wernicke" mal sentimental, mal jazzig, immer grandios musikalisch. Die 3-CD-Box enthält die beiden
Philips-LPs "Konzert im Café Wernicke" und "Tanz im Café Wernicke", die mit dem Deutschen Schallplattenpreis ausgezeichnet wurden, sowie zahlreiche bislang unveröffentlichte Tracks aus der Serie.
Peter Thomas
Café Berlin (OST der TV-Serie „Café Wernicke“)
Boutique 06007 5329592 (Jazz Club) [Box-Set, 3CDs]
Die CDs sind zu finden bei u.a. Amazon.
Jerry Cotton ist wieder da...
Nein, nein, nicht die aktuelle Kopie mit Christian Tramitz ist gemeint (in der "Phil Decker", der in der Romanvorlage eigentlich dafür gesorgt hatte, dass JC überhaupt zum FBI kommt, als Voll-Blödi dargestellt wird),
sondern das "Original" aus den 1960ern mit George Nader - na ja, zumindest die Musik aus den Filmen. Die gab es ja schon mal auf Vinyl auf Singles und LPs und sogar schon auf CD.
Und jeder weiß natürlich, dass die Originalmusik von niemandem anderes als Peter Thomas verfasst wurde (ein sehr kurzer "Anleiher" wurde sogar im aktuellen Cotton-Film verwendet, hört mal
in dessen Score (nicht in den so genannten Soundtrack) rein bei Amazon oder bei iTunes).
Thomas ersann für die Cotton-Filme einen facettenreichen,
richtig 'fetten' Sound, der auch heute noch begeistert. Zunächst einmal ist Jazz der
Grundstein, auf dem alles aufbaut: klassische Rhythmusgruppe (E- oder Akustik-
Bass, Schlagzeug, Klavier/Hammondorgel, Gitarre) plus eine aus Posaunen,
Saxophonen, Flöten und Trompeten bestehende Bläsersektion, mit der "Peter
Thomas ballern konnte" - wie der Maestro selbst es ausdrückt. Partiell dazu, je nach
Bedarf und Budget, Strings für die melancholischen Momente der Filme. Darüber
gelegt sind ausgeflippte Soli sowie Sound- und Klangeffekte der besonderen (Ton-)Art. "On Top of that Vokalisten", die kein Problem damit haben, auch mal ohne Text
zu singen - Scat ist angesagt und hip. Dass alles vermengt zu einem Musikcocktail,
der alles wegfegt was nicht niet- und nagelfest ist. Peter Thomas kreierte für die
Cotton-Filme den wohl powervollsten Kraft- und Crimejazz, den deutsche Kinos je
erlebt haben. Neben soviel Groove bleibt natürlich auch Zeit für stimmungsvolles
Jazzy Listening im Zuge vieler Bar- und Nachtclubsequenzen, die diese Filme boten -
Lounge galore.
Nachdem alle bisherigen CD-Reissues, die sich mit Thomas' Cotton-Soundtracks
befassten, mittlerweile nur noch zu Sammlerpreisen erhältlich sind, gibt es die
Quintessenz dieser Scores jetzt endlich wieder auf CD. Mit dabei natürlich Klassiker
der Filme wie das bpm-geladene "Caught At Midnight", der mit Chuzpe und Witz
interpretierte, wagnerianisch angedachte "Jerry Cotton Marsch" (DIE
Erkennungsmelodie des Groschenheft-Helden, die es in upgedateter Form wie gesagt auch in
den neuen Kinofilm geschafft hat), powerjazzige Meisterwerke wie "Jerry 67", "Big
Troubles", "Take It Jerry" oder "Always Jerry", das melancholische "My Friend Phil"
und der rockige "Cotton Beat". Vokaltitel wie das witzige "Superman" und der
romantische "Two Voices Blues" sind ebenfalls vertreten, zusätzlich natürlich auch
luftig lockere Source-Musiken wie "Cristallo Cristallo", "Charming Jerry" und
"Brooklyn By Night" - Titel, die jedem Barmusik-Sampler zur Ehre gereichen würden.
Zuzüglich zu den bereits erhältlichen 20 Titeln, finden sich hier 2 Tracks, die nur auf einer längst vergriffenen Sampler-LP aus den 80er Jahren zu finden waren: "Jaguar Beat" ist psychedelischer
Slow-Jazz mit Elektronik im Hintergrund, "In Soho" ist wilder Groovebeat wider
jeglicher Tristesse und Langeweile.
Ganz besonders für Kenner ist jedoch die erstmalige Veröffentlichung von 6 bisher
nicht greifbaren Cues, die unbedingt zu empfehlen sind: eine alternative Version des
Themas "French Girl In Manhattan", der sympathische "Red Robin Bossa" (der
geschickt die Hammondorgel mit Vibraphon, Posaune und Bläsersatz verknüpft), die
heiß begehrte Original-Filmversion des Vokaltitels "Love Is Swinging In The Air", der
mit Streichern unterlegte Slow-Waltz für Solosaxophon und Klavier "Skyline
Temptation" und der gesungene Klassiker "Ask Me Later, Alligator". Abgerundet wird
das 60-Minütige Hörvergnügen durch die vor Power nur so strotzende Cotton-
Thema-Abstraktion "Goodbye, Jerry!" - analog zum Filmbezug handelt es sich
natürlich um eine originale Schlußmusik.
Beigefügt ist dieser CD - die u.a. einige Editierungsfehler früherer Veröffentlichungen
ausbügelt und die Tracks auch endlich den jeweiligen Filmen, in denen sie gespielt
wurden, zugeordnet präsentiert - ein komplett in Farbe vorliegendes Booklet, das
neben zahlreichen großformatigen Szenenfotos aus den Filmen auch informative
Texte von Musik-Spezialist Douglas Payne und Peter-Thomas-Biograph Gerd
Naumann enthält, die interessante Infos zur Herstellung und Wirkungsweise der
Filme und des charakteristischen Cotton-Sounds enthalten. Die CD ist zu finden bei u.a. Amazon und auch bei iTunes
unter dem Titel "Jerry Cotton: FBI's Top Man - Music From The Original Series 1965-1969".
Sie fliegt, und fliegt, und fliegt...
Seit über 40 Jahren fliegt - oder schwebt - sie jetzt am Rande der Unendlichkeit, wo immer dieser Rand auch sein mag. - Die "Orion", Schneller Raumkreuzer unter dem Kommando
von Major Cliff Allister McLane. Seine Abenteuer kennt man aus der siebenteiligen Fernsehserie, aus den fortgeschriebenen Abenteuerbüchern von Hans Kneifel, aus einem
zusammengeschnittenen Kinofilm, einem Fix & Foxi-Bilderheft - und jetzt endlich auch aus sieben Hörspiel-CDs. Na ja, eigentlich sind es die original Film-Tonspuren, die von einem Sprecher erläuternd
ergänzt wurden. Dabei handelt es sich, nein, nicht um Elke Heidenreich als Helma Krapp, sondern um Schauspieler und Synchronsprecher Andreas Fröhlich, dessen Stimme am ehesten als "Gollum" in der "Herr der Ringe" bekannt ist ("Mein Schaaatzzz...").
Taschenbuch-Neuauflage
Jede Filmfolge bekam in der Box "Raumpatrouille - die 7 Abenteuer des Raumschiffs Orion", ISBN 3-837-10246-7, natürlich eine eigene CD und machen zusammen etwa 445 Minuten Hörspaß aus.
Die einzelnen Tracks haben jeweils einen in entsprechend ausgerüsteten Abspielgeräten anzeigbaren CD-Kurztext, der allerdings an einigen Stellen durch die Endkontrolle
gerutscht ist. Da wird aus "Cliff Allister McLane" schon Mal "Cliff Allistair McLaine", ein Fehler der an anderen Stellen (in Büchern) auch schon vorgekommen ist und diverse
Hör- und Schreibfehler der texteingebenden Person. Na ja, macht fast gar nix. Nur schade, das der Stereo-Ton von Peter Thomas' Soundtrack nicht in die Bearbeitung übernommen wurde. Alles ist eben original Mono.
Das achtseitige Booklet enthält nach einleitenden Worten vom Regisseur der Erzählfassung, Thomas Krüger, zu jedem Film jeweils ein Bild aus der jeweiligen Fernsehfolge und ganz zu Anfang auch ein Gruppenfoto der
Orion-Mannschaft, allerdings alle im original Serien-schwarz-weiß. Zuletzt werden auch noch alle Mitwirkenden aufgeführt und auch eine umfangreichen Liste der Nebendarsteller und in welcher Folge sie mitgespielt haben ist enthalten.
Die CD-Box findet man bei Amazon mit einem kleinen Werbefilmchen, in dem Sprecher Andreas Fröhlich der Moderatorin auch "seinen Gollum" macht. Zur Zeit kostet die Box € 24,95. Gleich "nebenan" findet man da auch die erweiterte Taschenbuch-Neuauflage des Raumpatrouille-Buches von Josef Hilgers, ISBN 3-896-02626-7.
"Neue" Filmmusik von Peter Thomas
In den späten Sechziger Jahren erblühte in Deutschland das Genre des Aufklärungsfilms. Vor (mehr oder weniger) wissenschaftlichem Hintergrund
wurden dem Filmpublikum erstmals nackte Tatsachen präsentiert. Der Regisseur Franz Josef Gottlieb drehte einige solcher Streifen, unter anderem
auch mit dem bekanntesten Autor des Genres, Oswalt Kolle. Für die „Rialto Film“ brachte er eine Buchvorlage des holländischen
Gynäkologen Theodoor Hendrik van de Velde auf die Leinwand: „Die vollkommene Ehe“ (1968) und „Das Leben zu zweit – Sexualität in der Ehe“ (1969). Als
Komponisten für die Musik zu beiden Filmen wählte Produzent Horst Wendlandt seinen Freund, den Deutschen-Musikautoren-Ehrenpreisträger der
GEMA von 2009, Peter Thomas. Dieser hatte bereits mit der Musik zu etlichen „Edgar Wallace“-Filmen, zur „Raumpatrouille Orion“-Serie und weiteren
Straßenfegern für Aufsehen gesorgt.
Die Musik zu „Die vollkommene Ehe“ ist, ungewohnt für den Soundpionier Peter Thomas, unverschämt romantisch und von einer
erotisierenden Intensität, die im Werk des Komponisten eine Sonderstellung einnimmt. Ein solcher Peter Thomas war leider viel zu selten zu hören.
Fast das ganze Gegenteil ist die Musik zu „Das Leben zu zweit“. Hier ist der Komponist wieder in seinem Element; es dominieren die zeitgenössischen
Jazz- und Beatarrangements ebenso wie der unkonventionelle Einsatz der menschlichen Stimme.
Gemeinsam ergeben beide Filmmusiken einen faszinierenden Einblick in das Können eines der größten Komponisten, die der deutsche Film jemals vorzuweisen hatte.
Zudem handelt es sich um eine echte Weltpremiere: Ein Großteil der Musik, u.a. der gesamte Soundtrack zu „Das Leben zu zweit“, ist erst in diesem
Jahr aus den Archiven gehoben worden. Lediglich einzelne Titel aus „Die vollkommene Ehe“ waren einstmals auf einer super-raren Polydor LP in Kanada
veröffentlicht worden.
Die Aufmachung der CD ist wie immer aufwändig gestaltet, im 24-seitigen Booklet sind Linernotes des Peter-Thomas-Biographen Gerd Naumann
(„Der Filmkomponist Peter Thomas“, ibidem-Verlag 2009) und eine Abhandlung des Filmjournalisten Marco Geßner über den „Aufklärungsfilm“, alles
in deutscher und englischer Sprache, sowie mehrere vollformatige Filmstills in Farbe enthalten.
Weitere, aus verschiedenen Gründen nicht auf der CD enthaltene Titel der zwei Soundtracks kann man ab November 2009 von diversen einschlägigen
Musikportalen im Internet herunterladen.
Die CD findet man u.a. bei Amazon mit Hörbeispielen.
Peter Thomas-Buch von Gerd Naumann
"Der Filmkomponist Peter Thomas - Von Edgar Wallace und Jerry Cotton zur Raumpatrouille Orion"
Peter Thomas bereicherte die Filmmusik um den Thriller-Jazz des FBI-Manns Jerry Cotton, die spannungsgeladenen Themen
der Edgar-Wallace-Filmreihe und – vielleicht am bekanntesten – den New Astronautic Sound der Raumpatrouille Orion.
Gerd Naumann führte für diese Biographie zahlreiche Gespräche mit Zeitzeugen, Weggefährten und Freunden von
Peter Thomas – darunter Gunter Sachs, Ottokar Runze, Harald Banter, Curth Flatow, Martin Böttcher, Helmuth Ashley
und Olaf Kübler. Wie in einem hochwissenschaftlichen Werk gibt es kaum eine Seite im Buch, die nicht mit zahlreichen Fußnoten auf die Quellenlage verweist.
Bislang unveröffentlichte Werkphotos gestatten einen Blick hinter die Kulissen der Film- und Fernsehlandschaft,
abgerundet durch ein Facsimile der handschriftlichen Originalpartitur zur Raumpatrouille Orion. Und, falls es jemand nicht erkannt (oder gewusst) hat: die Person, die Peter Thomas auf dem Titelbild auf der linken Seite angrinst, ist niemand anderes
als der Jerry-Cotton-Darsteller George Nader persönlich.
Die Musik von Filmen wie "Der Hexer", "Der Zinker", "Winnetou und sein Freund Old Firehand", "Onkel Toms Hütte", "Die Schlangengrube und das Pendel",
"Bruce Lee – Die Todesfaust des Cheng Li", "Erinnerungen an die Zukunft", "Die Herren mit der weißen Weste" und "Unser Willi ist der Beste"
stammen ebenso von Peter Thomas, wie die für eine Vielzahl an Kriminalserien. Neben Musiken für zahlreiche Serienfolgen von
"Derrick" und "Der Kommissar" verfasste Thomas auch die Titelmelodie der Erfolgsserie "Der Alte" und auch seine Kompositionen zu
Fernsehstraßenfegern wie Francis Durbridges "Melissa" oder "Babeck" und "11 Uhr 20" erreichten große Popularität (und sind sogar immer noch auf der CD "Straßenfeger" erhältlich).
Dem Buch liegt eine Feature-CD bei, auf der Thomas persönlich zu Wort kommt. Er illustriert viele der im Buch behandelten Musiken anschaulich durch zahlreiche Kompositionsbeispiele.
Obwohl die Auszeichnungen mit dem 1. Deutschen Musikautorenpreis der GEMA
erst auf einer Gala am 28. Mai in Berlin bekanntgegeben werden sollten, wurde der Empfänger der Lebenswerk-Auszeichnung schon jetzt genannt:
Filmkomponist Peter Thomas (82).
Dazu heißt es: „Der Komponist Peter Thomas wird für sein mannigfaltiges Werk und seine prägenden Einflüsse auf kompositorisches
Schaffen – nicht nur im Bereich der Filmmusik – mit dem 1. Deutschen Musikautorenpreis für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Zu den
Werken von Peter Thomas zählen u. a. Kompositionen für Klassiker wie die Edgar-Wallace-Filme und die
Fernsehserie „Raumpatrouille“ – Kompositionen, die auch heute noch zahlreiche Komponisten und Künstler inspirieren.“
Am 28. Mai 2009 wurden die Preise dann im Rahmen einer Abendveranstaltung in Berlin, im von Stararchitekt Frank O. Gehry
gestalteten Gebäude am Pariser Platz, verliehen. Rund 300 geladene Gäste waren bei dieser Preisverleihung dabei.
Die Preistrophäe in Form eines stilisierten Notenschlüssels erhielten die Ausgezeichneten aus den Händen
prominenter Laudatoren – u. a. Moderator Markus Kavka, Moderatorin Annabelle Mandeng oder Theaterintendant Klaus Pierwoß.
Peter Thomas wurde von dem Jazz-Musiker und Komponisten Klaus Doldinger ("Tatort", "Die endliche Geschichte") zur Veranstaltung begleitet.
Sammler Michael Lange hat ein umfangreiches Archiv von Peter Thomas-Tonträgern angelegt und ist unter der Mail-Adresse
peterthomas-archiv@t-online.de erreichbar.
Interview
Ein große Interview mit Peter Thomas hatte die Zeitschrift "cinema musica" in der Ausgabe 11/2008 (März)
veröffentlicht. Ein kurzer Ausschnitt ist
hier nachzulesen.
Online Musik
Musik von Peter Thomas ist bei Apples "iTunes" für den iPod oder iPod touch zu bekommen, zuerst mit der "Raumpatrouille" begonnen (begann
sogar erst in den USA, jetzt seit einiger Zeit auch in Deutschland!).
Die Software gibt es für MAC und Windows - allerdings nur für "Windows 2000", "Windows XP", "Windows Vista" oder "Windows 7". Mittlerweile bei iTunes auch:
"The Fist of Fury" (Die Todeskralle kehrt zurück) mit Bruce Li und mit der Musik für deutschsprachige Länder von Peter Thomas. Insgesamt sind zur Zeit (27.12.2009) 50 Tracks bei iTunes zu finden unter dem Stichwort "Peter Thomas".
Bei den Suchergebnissen sind dann aber auch einige Irrläufer dabei, wie "Peter Cornelius", "Peter Petrel" und andere. Bei den "richtigen" Tracks sind Aufnahmen der CDs "Moonflowers & Mini-Skirts", "Edgar Wallace
Compact", "Der Hexer in Music", "Peter Scores - Erotic World...", "Raumpatrouille", "Majolika Lounge und "Deutsche Filmkomponisten" dabei. Und von der CD "Hier ist Berlin - Dieter Thomas Heck präsentiert" ist auch Daisy Door
mit "Du lebst in deiner Welt" dabei (der bekannte Song aus der Kommissar-Folge #39: "Als die Blumen Trauer trugen"). Alles im preislich ertragbaren Rahmen von 99 Cent pro Aufnahme - ganze CDs sind sogar preislich noch günstiger.
Zum Beispiel: "Majolika Lounge" mit ganzen 27 Titeln kostet dann sogar nur noch 9,99 Euro im Komplettdownload!! (auf dieser Seite ist ein Link "mehr von diesem Künstler", mit dem man zu den anderen Komplett-CDs kommt).
Auf der "Majolika-Lounge" mal in Titel 9 "Endtitle Number Eleven" reinhören! Einigen Kommissar-Fans wird auch das bekannt vorkommen.
Peter Thomas hat zum 80. Geburtstag am 1. Dezember 2005 eine eigene Homepage spendiert bekommen.
Zu finden bei www.peterthomas.tv
Wie oben gesehen ist www.wittkowsky.net Teilnehmer des Partnerprogramms von Amazon Europe S.à r.l. und Partner des Werbeprogramms,
das zur Bereitstellung eines Mediums für Websites konzipiert wurde, mittels dessen durch die Platzierung von Werbeanzeigen und Links zu Amazon.de Werbekostenerstattung verdient werden kann.